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Kopf der Braunen Hundezecke
ZECKEN BEI HUNDEN UND KATZEN
Entwicklungszyklus der einheimischen Zecken
Die für unsere Haustiere wichtigsten Zeckenarten gehören zu den
Schildzecken. Schildzecken haben einen Chitinschild (Scutum) welches bei
der männlichen Zecke die gesamte Rückenfläche. bei der weiblichen Zecke
nur den vorderen Teil bedeckt.
Entwicklungszykus der Schildzecken
Schildzecken entwickeln sich vom Ei über ein sechsbeiniges Larvenstadium
und ein Nymphenstadium. bei dem bereits acht Beine entwickelt sind, zum
geschlechtsreifen Tier.
Sie ernähren sich durch Blutsaugen an Säugetieren, Vögeln und sogar
Reptilien. Für die Häutung zum nachfolgenden Entwicklungsstadium ist
eine Blutmahlzeit mit unterschiedlicher Dauer am Wirtstier unbedingt
erforderlich.
Die Länge des Entwicklungszyklus ist abhängig von Klimafaktoren wie
Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Ixodes ricinus - Der Holzbock
Diese Zecke ist in den gemäßigten Klimazonen der Alten Welt am weitesten
verbreitet. man trifft sie an fast allen Haus- und Wildsäugetieren an.
Auch der Mensch kann befallen werden. Die nüchternen weiblichen Tiere
erreichen 3 - 4 mm, die kleineren Männchen 2 - 3 mm Länge. Die adulten
Zecken erklettern Gräser, Büsche und ähnliche Pflanzen in ihrem Terrain.
Von dort gelangen sie auf den Wirt, wo sie alsbald eine geeignete SteHe
zum Blutsaugen aufsuchen. Mit Hilfe ihres Hypostoms, eines mit Zähnen
besetzten unpaaren Gebildes am Kopfende, dringen sie durch die Haut des
Wirtes und verankern sich in der Bißwunde, wo sie aufgrund der
besonderen Eigenschaft des Zeckenspeichels festzementiert sitzen. Dies
verhindert, daß die Zecken während ihrer durchschnittlich einwöchigen
Blutmahlzeit vom Wirt abgestreift werden können.
Holzbock - Männchen (2-3mm lang) Holzbock - Weibchen (bis 1 cm lang)
Die Kopulation erfolgt meist auf dem Wirt. Das adulte Männchen, welches
kein Blut saugt, stirbt nach der Begattung ab.
Die Weibchen saugen etwa das l00-fache oder mehr ihres eigenen
Körpergewichtes an Blut, bis sie eine Länge von etwa 1 cm erreicht
haben. Danach lösen sie sich von der Haut und lassen sich zu Boden
fallen, wo sie nach einer mehrwöchigen Ruhepause mit der Eiablage
beginnen. Ein einzelnes Weibchen kann innerhalb von 30 Tagen bis zu 3000
Eier legen.
Nach der Eiablage geht das Zeckenweibchen ebenfalls zugrunde.
Bei günstigen Temperaturen und entsprechender Luftfeuchtigkeit schlüpfen
die sechsbeinigen, 0,5 mm langen Zeckenlarven im Schnitt nach etwa 30
Tagen. Sie bleiben noch ungefähr 2 - 3 Wochen am Ort der Eiablage, bis
die Chitinkutikula erhärtet und pigmentiert ist. Danach beginnen die
Larven ihre parasitäre Phase. Sie kriechen auf umgebende Gräser und
Kräuter und befallen vor allem vorbeikommende Kleinsäuger, wie
beispielsweise Mäuse in großen Massen. Hier saugen sie für 3 - 8 Tage
Blut und fallen danach ab, um sich am Boden innerhalb von 2 - 3 Monaten
zur achtbeinigen 1,0 mm langen Nymphe zu entwickeln. Nymphen erklettern
die umgebenden Gewächse bis zu 50 cm Höhe und können nun auch schon
größere Säugetiere wie Reh- und Rotwild, Igel. aber auch Vögel befallen.
Nach einer Woche Blutsaugen verlassen die Nymphen ihren zweiten Wirt und
vollenden innerhalb von 3 bis 5 Monaten ihren Entwicklungszyklus zur
Adultzecke, welche wiederum größere Wild-und Haussäugetiere sowie den
Menschen befällt.
Abhängig von Klimafaktoren und Vorhandensein geeigneter Wirte dauert der
vollständige Entwicklungszyklus des Holzbocks etwa 2 - 3 Jahre.
Rhipicephalus sanguineus - Die Braune Hundezecke
Auch die Braune Hundezecke zählt zu den dreiwirtigen Zecken. Die
Weibchen sind ca. 2,5 mm bzw. vollgesogen bis zu 11 mm lang, während die
männlichen Tiere maximal 3,5 mm Länge erreichen können. Rhipicephalus
sanguineus kommt in warmen Klimazonen der Erde vor und ist die weltweit
verbreiteteste Zeckenart. Ihr natürliches Vorkommen in Europa beschränkt
sich auf den Mittelmeerraum. während sie in nördlicheren Gebieten
aufgrund der niedrigen Wintertemperaturen im Freiland nicht überleben
kann.
Rhipicephalus - Männchen Rhipicephalus - Weibchen
Die Braune Hundezecke ist aber mittlerweile europaweit verschleppt
worden und hat sich in Wohnhäusern, Stallungen und anderen Gebäuden
etabliert, in welchen Hunde gehalten werden, die von Reisen in den
mediterranen Bereich oder Übersee Rhipicephaluszecken mitgebracht haben.
Da die Temperatur in diesen Gebäuden meist konstant oberhalb der
kritischen Temperaturgrenze (20 Grad C) für die Entwicklung dieser Zecke
liegt, findet sie hier gute Lebensbedingungen vor. Da Rhipicephalus eine
hohe Vermehrungsrate aufweist, kommt es nach kurzer Zeit zum
massenhaften Auftreten der Parasiten und zum Massenbefall potentieller
Wirte, die sich in diesen Räumen aufhalten. Haben sich die Parasiten
erst einmal in unseren Häusern etabliert, sind sie nur mit erheblichem
Aufwand vollständig zu vernichten. Hauptwirt der Braunen Hundezecke sind
Hunde, andere Tierarten werden seltener befallen.
Da es der Zecke in unseren Häusern meist an einem breiten Angebot an
geeigneten Wirten fehlt, geben sich die verschiedenen
Entwicklungsstadien von Rhipicephalus, statt einen Wechsel
durchzuführen, auch immer wieder mit dem gleichen Wirt (Hund) zufrieden,
was den o.a. Massenbefall bei unseren Haustieren erklären kann. In
Wohnungen mit einer starken Verseuchung durch die Braune Hundezecke
werden auch Menschen häufiger attackiert, insbesondere, wenn Hunde als
Wirt nicht mehr zur Verfügung stehen.
Die adulten Zeckenweibchen verlassen nach ein- bis zweiwöchiger
Blutmahlzeit den Wirt. um an geschützter Stelle sofort mit der Ablage
ihrer 2000-5000 Eier zu beginnen. Die Entwicklung der Eier, Larven und
Nymphen ist abhängig von der Temperatur und der Luftfeuchte, wobei der
Optimalbereich bei 25 - 30 Grad C liegt.
Die Gesamtentwicklungszeit beträgt durchschnittlich 6 Monate.
Durch das Eindringen des Hypostoms in die Haut des Wirtes kommt es zu
entzündlichen Reaktionen, die durch fast immer mit eingeschleppte
bakterielle Erreger kompliziert werden können.
Entzündungen größeren Ausmaßes können auch dann auftreten, wenn die
Zecke unsachgemäß entfernt wird und Teile der Mundwerkzeuge in der Haut
des Wirtes verbleiben. Eine entzündliche Reaktion auf den
Fremdkörperreiz hin ist hier fast immer die Folge.
Durch Zecken übertragene Krankheiten : Borreliose
Der Erreger dieser Erkrankung ist Borrelia burgdorferi, welches von
verschiedenen Stadien von Ixodes ricinus übertragen werden kann.
Die Erkrankung wurde 1975 beim Menschen und Mitte der 80er Jahre auch
bei Haustieren beschrieben.
In Deutschland sind durchschnittlich 10% der Ixodeszecken, regional
sogar über 30%, mit Borrelien infiziert.
Die Erreger befinden sich in Darm und Speicheldrüsen der Zecken und
werden während des Saugaktes durch Speichel und gelegentliches
Regurgitieren von Darminhalt auf den Wirt übertragen.
Die Speichelsekretion und damit die Ausscheidung von pathogenen Erregern
beginnt frühestens zwei Stunden nach dem Ansaugen der Zecke und erreicht
ihren Höhepunkt nach 72 Stunden. Daher läßt sich die Wahrscheinlichkeit
einer Erkrankung durch frühzeitiges Entfernen der Zecke mindern.
Die Symptome der Lyme Borreliose sind vielfältig. Beim Hund stehen nach
anfänglichen Symptomen wie Mattigkeit und Fieber vor allem Lahmheit.
Schmerzen, andere Ausfallserscheinungen und als Spätfolgen
Gelenkbeschwerden im Vordergrund.
Behandelt wird die Borreliose in rechtzeitig erkannten Fällen mit
Antibiotika.
Bekämpfung der Zecken
Die Bekämpfung von Zecken erfolgt am Wirt. Ziel ist es, die Zecken schon
vor oder direkt nach Beginn des Blutsaugens zu entfernen.
Dies klappt am besten mit einer Zeckenzange, einem Zeckenhaken oder
notfalls mit einer Pinzette.
Von Bedeutung ist eine vorbeugende Behandlung der Tiere. Dazu stehen dem
Tierarzt moderne Medikamente (Sprays und Auftropfpräparate) zur
Verfügung,die meist gleichzeitig eine Wirkung gegen Flöhe besitzen.
Wichtig ist ebenfalls, daß Hunde mit Krankheitserscheinungen, die vorher
von Zecken befallen waren, vom Tierarzt auf Borreliose untersucht
werden. Hierzu kann ein Bluttest verwendet werden.
Seit 1999 können Hunde auch gegen die Borreliose schutzgeimpft werden .
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