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Infektionskrankheiten des Hundes
Staupe
Die Hundestaupe wird durch ein Virus verursacht. Die Infektion erfolgt
meist von Hund zu Hund, aber auch indirekt über Gegenstände wie Schuhe,
Kleider, Näpfe und andere Die Krankheit beginnt mit hohem Fieber,
Augenausfluß und Nasenausfluß,zunächst wässrig, später eitrig. Die Hunde
fressen nichts mehr und sind sehr apathisch. Im weiteren Verlauf der
Infektion kommt es zu verschiedenen Verlaufsformen :
Darmstaupe
Die Hunde leiden an fast unstillbarem Durchfall, an starkem Erbrechen.
Eine Austrocknung ist die Folge.
Lungenstaupe
Starker, quälender Husten, eitriger Nasen- und Augenausfluß und
Lungenentzündungen sind festzustellen.
Nervenstaupe
Die Tiere leiden unter leichten bis schweren Krämpfen und Lähmungen,
teilweise mit Verlust des Bewußtseins.
Die Sterblichkeit bei einer Stauperkrankung ist insbesondere bei
Jungtieren ungeimpfter Elterntiere sehr hoch. Falls die Staupe überlebt
wird, behalten die Hunde nicht selten lebenslängliche Schäden wie
Zahnschmelzdefekte (Staupegebiß) , spröde, rissige Pfoten (Hard pad
disease) und neurologische Störungen zurück.
Vorbeugung: Impfung
Hepatitis
Der korrekte Name ist Hepatitis contagiosa canis, HCC oder ansteckende
Leberentzündung der Hunde. Diese Krankheit ist ebenso gefährlich wie die
Staupe und wird durch ein Adenovirus verursacht.
Die Iknfektion erfolgt auf dem gleichen Weg wie die Staupe. Die Symtome
ähneln v.a. Am Beginn der Krankheit denen der Staupe: Fieber,
Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen. Viele Hunde, v.a. Welpen sterben schon
in dieser Krankheitsphase.
Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es besonders bei älteren Tieren
zu Erbrechen, Durchfall, Mandelentzündung, Rachenentzündung und
Bindehautentzündung. Wenn die Krankheit überlebt wird, bleiben als
Dauerschäden Trübungen der Augenhornhaut zurück, die zur Erblindung
führen kann.
Vorbeugung: Impfung.
Leptspirose
Auch die Leptospirose ist eine gefährliche Erkrankung der Hunde, die
auch unter dem Namen Stuttgarter Hundeseuche oder Weilsche Krankheit
bekannt ist. Errger sind die Bakterien Leptospra canicola und Leptospira
icterohaemorrhagiae, letzteres ist auch für den Menschen gefährlich.
Ansteckungsquelle sind Hunde, Ratten, Mäuse und andere Tiere sowie
verschmutzte Teiche, Tümpel, Gräben und Sumpfe.
Die Krankheit beginnt mit Müdigkeit und schwankendem Gang, der besonders
das Springen und Treppensteigen schwierig macht. Danach kommt es zu
Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall. Leber und Niere werden
durch die Krankheit geschädigt. Nicht wenige Hunde sterben.
Vorbeugung : Impfung
Parvovirose
Der Errger , das Parvovirus des Hundes hat sich vor ca. 25 Jahren
vermutlich aus dem Erreger der Panleukopenievirus der Katze entwickelt.
Aus diesem Grund wird die Hundeparvovirose oft auch als Katzenseuche des
Hundes bezeichnet, obwohl Katzen heutzutage nichts mehr mit dieser
Krankheit zu tun haben und auch nicht die Krankheit übertragen können.
Die Errger sind gegenüber Umwelteinflüssen sehr widerstandsfähig und
können deshalb nicht nur von Hund zu Hund sondern auch von Menschen und
leblosen Gegenständen übertragen werden. Besonders in Hundehütten aus
Holz o.ä. kann sich das Virus jahrelang halten.
Die Erkrankung kann, besonders bei Welpen extrem rasant verlaufen und
innerhalb von wenigen Stunden zum Tod durch Herzmuskelentzündung führen.
Vornehmlich treten jedoch Entzündungen des Magens und des Darmes auf.
Nach anfänglichem Fieber zeigen die Hunde fast unstillbares Erbrechen
und wässrigen, teilweise blutigen Durchfall. Die Tiere fressen nichts,
verlieren durch das Erbrechen und den Durchfall schnell Flüssigkeit, was
schließlich sehr häufig zum Tod führt.
Vorbeugung : Impfung
Tollwut
Die Tollwut ist für alle Säugetiere und damit auch für den Menschen eine
absolut tödliche Krankheit. Dewr erreger ist ein Rhabdovirus und wird
bei unseren Haustieren nahezu ausschließlich durch den Biß infizierter
Füchse übertragen. Das Virus dringt durch den Biß in den Körper ein und
wandert innerhalb von Wochen bis Monaten entlang der Nerven zum Gehirn.
Die Folgen sind Agressivität, Wesensveränderungen, und
Lähmungserscheinungen. Fortschreitende Ruhelosigkeit,
Gleichgewichtsstörungen, gefolgt von Krämpfen und Lähmungen führen
schließlich zum Tod.
Menschen infizieren sich seltener an Füchsen als an infizierten Hunden
und Katzen. Dies unterstreicht die Dringlichkeit der Tollwutimpfung bei
Hunden und Katzen. Aufgrund der enormen Gefahr für den Menschen gehört
die Tollwut zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen, die der staatlichen
Kontrolle durch die Veterinäramter unterliegt.
Behandlungsversuche bei tollwutkranken und tollwutverdächtigen Tieren
sind streng verboten; Tollwutverdacht besteht auch schon wenn ein
Kontakt mit einem tollwutkranken oder tollwutverdächtigem Tier nur
vermutet wird. In einem solchen Fall kann vom Amtstierarzt sogar die
Tötung angeordnet werden, es sei denn, Ihr Tier ist nachweislich gegen
Tollwut schutzgeimpft.
Vorbeugung : Impfung
Zwingerhusten
Der Zwingerhusten ist eine Faktorenkrankheit, das bedeutet, daß mehrere
ungünstige Ursachen zusammentreffen müssen, damit die Krankheit
ausbricht:
Zum einen sind es versachiedene Erreger, insbesondere Bordetellen
(Bakterien) und Parainfluenzaviten. Zum anderen sind es klimatische
Bedingungen wie Feuchtigkeit, Durchzug und Kälte. Außerdem wird der
Zwingerhusten durch eine intensive Hundehaltung (hohe Besatzdichte,
häufig wechselnde Zusammensetzung der Gruppen) begünstigt. Die
gescwächten und gestreßten Hunde infizieren sich gegenseitig durch
Kontakt. Aber auch einzeln gehaltene Hunde können sich anstecken, z.B.
beim täglichen Spaziergang.
Die Erkrankung beginnt meist mit klaren Nasen- und Augenausfluß und
quälendem trockenem Husten. Wird der Husten nicht rechzeitig erkannt und
behandelt, verschlimmert sich der Zustand bis hin zur Lungenentzündung.
Selten ist der Zwingerhusten tödlich; doch kann sich die Erkrankung auch
unter tierärztlicher Behandlung mehrere Wochen hinziehen.
Vorbeugung : Impfung
Borreliose
Die Lyme-Borreliose ist beim Menschen schon seit den 80 er Jahren von
den USA ausgehend eine verbreitete Infektionskrankheit, deren Erreger,
das Bakterium Borrelia burgdorferi, durch Zeckenbisse übertragen wird.
Ob die Borreliose auch auf unsere Haustiere übertragbar ist, war
zunächst unbekannt. Mitte der 80er Jahre stellte sich heraus, daß auch
der Hund für Borrelia burgdorferi empfänglich ist. Inwieweit die
Borreliose auch für Katze und Pferd ein Risiko darstellen ist Gegenstand
augenblicklicher Untersuchungen.
Wie bereits erwähnt heißt der Erreger Borrelia burgdorferi, gehört zur
Gruppe der Spirochaeten, das sind lange, schraubenförmige Bakterien, die
etwa 20 µm lang und 0,3 µm dick sind. ( ein µm ist ein Tausendstel
Millimeter). Die Infektionsrate der Zecken mit Borrelia burgdorferi in
Deutschland beträgt mit gewissen regionalen Schwankungen um die 30 %.
(1985 -1995) Hauptüberträger ist der Holzbock ( Ixodes ricinus ) eine
einheimische Zeckenart. Mäuse bilden ein natürliches Reservoir für diese
Zecken. Borrelia burgdorferi vermehrt sich im Darm der Zecke und wandert
während des Blutsaugens der Zecke in deren Speicheldrüsen ein und dann
mit dem Speichel in den Hund oder Mensch. Das Infektionsrisiko steigt
somit mit der Saugdauer der Zecke! Deshalb ist eine Zeckenprophylaxe
oder mindestens ein rechtzeitiges Entfernen von Zecken wichtig.
Eine Hautrötung im Bereich des Zeckenbisses wird beim Hund aufgrund des
Felles meist übersehen. Das Krankheitsbild der Borreliose ist beim Hund
durch Lahmheiten, Abgeschlagenheit und Fieber gekennzeichnet. Weitere
Symptome sind Gelenksschädigung, Nervenkrankheiten, Appetitlosigkeit und
andere. Die Diagnose der Borreliose erfolgt durch den Vorbericht (
Zeckenbefall ! ), durch die klinischen Zeichen der Krankheit und durch
eine Blutuntersuchung. Für die Diagnose ist ggf. eine zweimalige
Untersuchung erforderlich.
Vorbeugen läßt sich die Borreliose einerseits durch eine allgemeine
Zeckenprophylaxe ( Sprays, Spot - On-Präparate), rasches Entfernen von
Zecken (s.o), und vor allem durch eine Impfung gegen Borreliose (nicht
gegen Zecken !).
Frühsommer-Meningoencephalitis
Die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) ist eine durch ein Virus
hervorgerufene, auf das Gehirn übergreifende Enzündung der Hirnhäute.
Die Erkrankung wird durch das FSME-Virus verursacht, das ebenfalls durch
den gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) übertragen wird.
Das Virus ist in ganz Europa zu finden, aufgrund des Zwischenwirtes
Zecke beschränkt sich die Verbreitung jedoch auf sogenannte
Endemiegebiete, in Deutschland ist dies insbesondere der Schwarzwald und
der Bayrische Wald.
Wichtig für die Übertragung des Virus ist, dass es schon zu Beginn des
Saugaktes, das heißt innerhalb weniger Minuten übertragen wird und im
Gegensatz zur Borreliose kein langes Verbleiben der Zecke auf dem Wirt
erforderlich ist. Beim Menschen verlaufen etwa 90% aller Infektionen
unauffällig, die restlichen 10% mit mehr oder weniger deutlichen
Symptomen.
Etwa 2% der erkrankten Personen sterben an dieser Infektion. Über die
Bedeutung beim Hund herrscht derzeit keine endgültige Klarheit. Die
Infektion des Hundes ist grundsätzlich möglich und es sind vereinzelt
klinische Fälle bei Hunden in Österreich, der Schweiz und in Deutschland
nachgewiesen worden. Insgesamt jedoch scheint der Hund sehr viel weniger
anfällig für das Virus zu sein alsdre Mensch.
Wenn ein Tier jedoch erkrankt, so ist das klinische Bild schwer und die
Infektion verläuft häufig tödlich. Beim Hund werden nach den ersten
unspezifischen Symptomen wie Fieber und einer Wesensänderung auch
Zeichen einer Gehirnentzündung beobachtet. Diese können sich je nach
Ausmaß der Schädigung im Gehirn als Krampfanfälle, Zittern, Lähmungen,
Schmerzen u.a. äußern. Differentialdiagnostisch muss in jedem Fall dei
Tollwut berücksichtigt werden, andere Erkrankungen wie Staupe und
Tetanus müssen ebenso abgegrenzt werden.
Hier empfiehlt sich aus tierseuchenrechtlichen Gründen immer eine
Rücksprache mit dem Kreistierarzt im Veterinäramt. Eine intensive
symptomatische Therapie, die in einer Fiebersenkung, Flüssigkeitsersatz
und Ruhigstellung der Tiere besteht, führt in einzelnen Fällen zur
Genesung.
Die Krankheitssymptome erlauben keine eindeutige Diagnose, so dass in
jedem fall ein virologischer Nachweis erfolgen muss. Eine sichere
Diagnose ist die Bestimmung des Antikörpertiters im Gehirnwasser (Liquor
cerebrospinalis). Der Virusnachweis im Liquor mit Hilfe der
Polymerase-Kettenreaktion kann ebenfalls versucht werden.
Eine einmalige Bestimmung der Antikörper im Serum ist dagegen weniger
aussagekräftig, da in den Endemiegebieten bis zu 30% der Hunde
Antikörper aufweisen sollen, ohne je Krankheitssymptome zu zeigen. Eine
spezifische Maßnahme zur Prophylaxe einer FSME-Infektion stellt die
Impfung dar. Zur Zeit ist zwar kein für den Hund zugelassener Impfstoff
verfügbar, doch ist es möglich, den Impfstoff für Menschen beim Hund
einzusetzen. Diese Vakzine ist wirksam und gut verträglich, aber im
Vergleich zu ausgewiesenen Hundeimpfstoffen sehr teuer.
Da es sich um eine Präparation inaktiver Erreger handelt, ist eine
Wiederholungsimpfung nach 3-4 Wochen notwendig. Eine jährlich
Wiederholungsimpfung scheint notwendig zu sein, obwohl entsprechende
Untersuchungen fün den Hund fehlen.
Für den praktiziernden Tierarzt ist es wichtig, dass er den Tierbesitzer
darüber informiert, dass der Impfstoff nicht für den Hund zugelassen
ist, und es ist empfehlenswert, darüber hinaus eine schriftliche
Einverständniserklärung des Besitzers einzuholen.
Die wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung durch Zecken übertragener Erreger
ist die Bekämpfung der Zecke selbst. Es sind eine Reihe äußerst
wirksamer Mittel verfügbar, die sicher einen Zeckenbefall verhindern.
Hier ist aber unbedingt auf die regelmäßige Anwendung zu achten.
Papillomatose
Die canine Papillomatose ist eine Viruserkrankung des Hundes, die mit
einer warzenbildung einhergeht. In aller Regel befindet sich eine
Vielzahl (50-100) Warzen vor allem an der Haut des Kopfes und in der
Maulhöhle. Seltener tretensie an den Lidbindehäuten oder an anderen
Lokalisationen auf. Die Inkubationszeit beträgt etwa 4-8 Wochen, eine
spontane Selbstheilung wird nach weiteren 4-8 Wochen gesehen.
Die Papillomatose tritt nahezu ausschließlich bei jungen Hunden (<2
Jahre) auf. Offensichtlich sind Hunde nach einer durchgemachten
Infektion geschützt oder ältere Hunde sind unempfindlich für eine
Infektion. Die Infektionen erfolgen über Hautwunden, die im Maulbereich
durch die mechanische Beanspruchung immer vorhanden sind.
Obwohl die Viren in der Umwelt sehr stabil sind, ist anzunehmen, dass
die meisten Infektionen nach direktem Kontakt mit infizierten Hunden
stattfinden. Die Diagnose kann durch eine histologische Untersuchung
einer Gewebeprobe (Warze) gestellt werden, der Erregernachweis ist durch
Darstellung von typischen Papillomvius-Partikeln in verriebenem
Warzenmaterial mittels Elektronenmikroskopie möglich.
Für beide Untersuchungen ist die Entnahme einer oder mehrerer warzen und
ihre Versendung an die Untersuchungslabors in physiologischer
Kochsalzlösung erforderlich. Eine Therapie ist häufig nicht notwendig,
und nur bei mechanisch störenden Zubildungen oder bakteriellen
Sekundärinfektionen ist eine operative Entfernung angezeigt.
Die spontane Heilung der anderen Warzen soll durch diese Maßnahme
beschleunigt werden. Eine mögliche erklärung hierfür wäre die
Freisetzung von Antigen während der Operation und eine daraufhin
induzierte Stärkung der Immunantwort gegen das Virus.
Auch die Herstellung einer tierspeziefischen Vakzine ("Autovakzine") ist
möglich. Die Wirksamkeit einer solchen Vakzine ist jedoch nicht erwiesen
und ihr Wert wird nicht kontrovers diskutiert.
Canines Coronavirus
Das canine Coronavirus (CCV) kann eine Darmentzündung bei Hunden
verursachen. Das Virus ist in den Hundepopulationen weit verbreitet und
verursacht eine nur milde Erkrankung. Seine Bedeutung als
Krankheitserreger ist daher gering, im Gegensatz zum caninen Parvovirus
kommt es nicht oder nur sehr selten zu Todesfällen.
Das canine Coronavirus ist einemWichtigen Virus der Katze , dem der
felinen infektiösen Peritonitis-Virus (FIP-Virus) sehr ähnlich. Jüngere
Erkenntnisse haben gezeigt, dass einige Isolate des felinen infektiösen
Peritonitis-Virus tatsächlich Rekombinante (Vire, die Teile von mehreren
verschiedenen Vieren besitzen) aus dem caninen Coronavirus darstellen.
Dieser Befund sowie die enge serologische Verwandtschaft zwischen den
Coronaviren des Schweines, des Hundes und der Katze könnten auf eine
Übertragung zwischen diesen Tierarten hindeuten. Die Infektion der Hunde
erfolgt durch Kontakt mit dem Kot infizierter Tiere.
Dabei spielt sicher der direkte Kontakt zwischen Hunden (wie das
Beschnuppern) eine grooße Rolle, da das canine Coronavirus in der Umwelt
schnell zu Grunde geht. Die Infektion scheint sich auf die Darmzellen zu
beschränken, ohne dass es zu einer generellen Ausbreitung des Virus
durch Virämie kommt.
Klinisch steht daher eine in aller regel milde, nicht-hämorrhagische
Diarrhöe im Vordergrund,die auf eine symtomatische Therapie
(Flüssigkeitsersatz, Verabreichung von Antibiotika) gut anspricht. Das
Virus wird von erkrankten und nicht erkrankten Tieren über den Kot
ausgeschieden. Die Dauer der Ausscheidung ist in der Regel kürzer als
zwei Wochen.
Die virologische Diagnose kann durch elektronenmikroskopische
Untersuchungen von Kotproben beziehungsweise durch Isolierung des Virus
in der Zellkultur gestellt werden. Ein positiver Virusnachweis bedeutet
allerdings nicht zwangsläufig eine ursächliche Beteiligung des Virus an
de Erkrankung, da das CCV weit verbreitet ist, und langanhaltende
Infektionen ohne Krankheitssymptome nicht selten zu sein scheinen. Ein
Impfstoff ist in Deutschland nicht verfügbar.
Aufgrund der Ähnlichkeit mit dem FIP-Virus der Katze scheint hier das
Risiko der Entstehung einer ähnlichen Erkrankung nicht ausgeschlossen.
Diese grundsätzliche gefahr sollte bei der Entwicklung eines
Impfstoffes, für den aufgrund des geringen pathogenen Potentials des
Virus zur Zeit kein Bedarf besteht, sorgfältig abgewogen werden.
Canines Rotavirus
Nur in seltenen Fällen werden Rotaviren bei Hunden mit Durchfall
nachgewiesen. Diese Isolate sind weniger charakterisiert, auch die
Epidemiologie dieser Infektionen ist unklar. Die Infektionen der Hunde
durch Rotaviren verlaufen ausnahmslos mild, daher spielen diese Vieren
als Krankheitserreger beim Hund keine Rolle.
Anders ist dies bei Rotavirusinfektionen des Menschen: Sie stellen in
den so genannten Entwicklungsländern eine der Hauptursachen der
Kindersterblichkeit dar. Mit humanen Rotaviren lassen sich experimentell
auch Hunde infizieren. Basierend auf diesen Befunden scheint eine
Gefährdung des Menschen, insbesondere von Kindern, durch Rotaviren des
Hundes nicht ausgeschlossen. Der Hund infiziert sich durch Kontakt mit
virushaltigem Kot. Da das Virus relativ stabil ist, ist dabei kein
direkter Tierkontakt notwendig. Die Virusvermehrung findet daraufhin in
den Darmzellen statt, die dabei geschädigt werden. Nachkommenvirus wird
mit dem Kot ausgeschieden und kann weitere Hunde infizieren.
Rotaviren sind nicht so stabil wie Parvoviren und können durch gängige
Desinfektionsmittel leicht inaktiviert werden. Da Rotaviren auch
klinisch unauffällige Infektionen setzen und Hunde ohne Durchfall Viren
ausscheiden können, sollte unbedingt auf einen hygienischen Umgang mit
Tieren geachtet werden. Does gilt insbesondere für Kinder, und das nicht
nur wegen einer möglichen Gefährdung durch Rotaviren.
Tetanus, Wundstarrkrampf
Infektionen mit dem Bakterium Clostridium tetani können auch bei Hunden
und Katzen den Wundstarrkrampf hervorrufen. Das Bakterium ist in der
Umwelt weit verbreitet und in der Lage, mit Hilfe spezieller Dauerformen
(Sporen) sehr lange Zeit in der Umwelt zu überleben. Gelangt es in die
Wunde (die Infektion kann über große Wunden wie Schnittwunden,
Drahtverletzungen ö.ä., oder aber über kleine Wunden, zum Beispiel
Kratzer, die man sich beim Graben, zuzieht erfolgen), können sich die
Sporen in eine Form wandeln, die sich vermehrt und dabei ein Toxin
produziert, das über die Nerven in das Rückenmark und Gehirn
transportiert wird und dort die Funktionen bestimmter Nervenzellen
hemmt. Das Toxin führt zu einer langanhaltenden Aktivierung der
motorischen Nerven und daraus folgend zu einer Anspannung und
Verkrampfung von Muskeln und Gliedmaßen des Rumpfes.
Hund und Katze sind sehr unempfindlich für das Toxin, weshalb der
Tetanus bei diesen Tieren sehr selten ist. Wenn tatsächlich eine
Erkrankung voliegt, sind die Symtome häufig lokalisiert und auf einzelne
Gliedmaßen beschränkt. Außer der klinischen Diagnostik besteht keine
praktikable Möglichkeit, eine Clostridium tetani-Infektion nachzuweisen.
Typisch ist bei schweren Fällen eine Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur
(Risus sadonicus), eine sägebockartige Haltung sowie eine ausgeprägte
Schreckhaftigkeit und Geräuschempfindlichkeit der Tiere. Die Behandlung
besteht in der Verordnung absoluter Ruhe, der Verabreichungvon einem
spezifischen Antiserum ('"Antitoxin") und einer Behandlung mit
Penicillin, um gegebenefalls noch in der Wunde vorhandene Clostridium
tetani-Keime abzutöten. Die Wirkung des Toxins ist zeitlich begrenzt und
wenn die lebensnotwendigen Funktionen erhalten werden, können sich die
betroffenen Tiere vollständig erholen. Die Seltenheit der Erkrankung bei
Hund und Katze rechtfertigt nicht die regelmäßige Impfung dieser Tiere.
Wenn sie jedoch gewünscht wird, kann sie mit den verfügbaren
Veterinärvakzinen ohne weiteres durchgeführt werden.
Leishmaniose
Die Leishmaniose des Hundes ist eine parasitäre Infektion, die durch die
Sandmücke übertragen wird und in Europa hauptsächlichen in mediterranen
Regionen vorkommt. Es ist eine schwere, oft tödlich verlaufende
Krankheit, gegen die leider kein direkter Schutz durch Medikamente oder
Impfung existiert. Vorneugung lediglich durch Verhinderung des
Sandmückenbefalls.
Die häufigsten klinischen Symptome sind
Haarverlust, insbesondere an Augen, Schnauze und Pfoten
Gewichtsverlust
Hautentzündungen an den Stellen, mit denen der Hund den Boden berührt (Spunggelenke,
Beine)
Die Diagnose erfolgt durch eine Blutuntersuchung, ggf durch eine
Gewebeuntersuchung. Eine Behandlungsmöglichkeit besteht, ist eher
aufwendig und führt nicht zur Heilung, sondern nur zur Unterdrückung der
Krankheit.
Die Erkrankung kann bereits 3 Monate nach der Infektion auftreten, kann
sich aber auch erst nach 18 Monaten zeigen. Ganz selten kann sie sogar
über einige Jahre in einer Art ruhezustand verharren. Es kommt sogar
vor, dass Hunde resistent sind, was bedeutet, daß obgleich sie von
infizierten Sandmücken gestochen werden, sie keine Krankheitssymptome
entwickeln, solange sie gut genährt sind und physisch nicht
überbeansprucht werden. Diese resistenz scheint genetisch determiniert
zu sein.
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