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FLÖHE BEI HUND UND KATZE
Flöhe sind in der Kleintierpraxis in Deutschland wohl die
wichtigsten Parasiten. Etwa 80% aller Patienten , die mit Hautproblemen
in derTierarztpraxis vorgestellt werden, haben ein Flohproblem. Flöhe
kommen sehr häufig vor, übertragen Bandwürmer (Dipylidium caninum) und
verursachen häufig Hautkrankheiten. Für Hunde und Katzen sind folgende
Floharten von Bedeutung:
Katzenfloh (Ctenocephalides felis)
Hundefloh (Ctenocephalides canis)
Menschenfloh (Pulex irritans)
Dabei sind Flöhe nicht so sehr wirtsspezifisch, das heißt Katzenflöhe
kommen beim Hund vor, Hundeflöhe auf Katzen (selten) und Menschenflöhe
auf dem Hund.
Andere Flöhe (von Igeln, Kaninchen, Ratten ....) kommen seltener vor.
Tierflöhe können auch Menschen befallen und dort Blut saugen.
Mit bloßem Auge können Flöhe nicht unterschieden werden . Selbst unter
dem Mikroskop sehen sie sich sehr ähnlich.
FLOHZYKLUS
Der Flohzyklus dauert, abhängig von den klimatischen Bedingungen, 3
Wochen bis 2 Jahre !
Das Flohweibchen legt auf dem Wirtstier (Hund, Katze) 3- 18 Eier, ab,
die sich in mindstens 3 Wochen Entwicklungszeit zum erwachsenen Floh
weiterentwickeln. Ein Flohweibchen kann 1-2 Jahre alt werden und in
dieser Zeit 500 Eier legen !
Erwachsene Flöhe können bis zu 3 Monaten außerhalb des Wirtes überleben.
Etwa 95% der Flöhe und Jugendformen leben in der Umgebung des Tieres !
SCHADWIRKUNG
Flöhe können Bandwürmer auf Hunde und Katzen übertragen.
Direkte Schadwirkung
Hunde zeigen bei Flohbefall häufig Juckreiz, besonders stark im Bereich
vor dem Schwanzansatz und an den Hinterbeinen .Katzen lecken sich
stärker, manchmal exzessiv . Bei manchen Katzen zeigen sich Symptome
erst bei sehr starkem Flohbefall. Bei Massenbefall kann es selten zur
Blutarmut kommen.
Flohspeichelallergie
Häufig entwickelt sich bei Hund und Katze eine
Flohspeichelallergie.Hunde zeigen dann eine Hautentzündung v.a im
Bereich der Kruppe, der Hinterbeine und Bauchunterseite. Die Haut zeigt
rote Papeln, Haarlosigkeit und wird bei längerer Dauer schwarz und
lederartig.
Katzen zeigen oft Krüstchen im ganzen Fell , v.a im Kopfbereich und
Rückenbereich.
Manchmal führt das starke Lecken bei Katzen auch zur Haarlosigkeit an
Bauch und Flanken oder zu stark juckenden Hautveränderungen auf dem Kopf
vor den Ohren.
DIAGNOSE
Nachweis von Flöhen oder Flohkot. Flöhe werden am einfachsten mit einem
speziellen Flohkamm (der nur zur Diagnose nützlich ist, nicht zum
Entfernen der Flöhe!!) entdeckt.
Flohkot wird ebenfalls im Flohkamm gesehen. Man kann das Fell der Tiere
auch auf nassem Löschpapier ausschütteln; dabei färbt der Flohkot
(Blutreste) das Papier rotbräunlich.
Im Zweifelsfalle wird man bei Verdacht eine Flohtherapie anstreben; ein
Behandlungserfolg zeigt danach die Richtigkeit der Verdachtsdiagnose.
Eine Flohallergie kann zumindest beim Hund durch einen Intrakutantes t
oder Bluttest festgestellt werden.
BEHANDLUNG
Flöhe sind aufgrund Ihrer Biologie (lange Persistenz, v.a. in der
Umgebung des Tieres) und ihrer zunehmenden Resistenz gegenüber vielen
Medikamenten schwer zu behandeln.
Bei Tieren, die sich im Haus aufhalten, ist es entscheidend, außer den
Flöhen auf dem Tier auch die Jugendformen (Eier Puppen Larven) außerhalb
der Tiere in ihrer Umgebung (Wohnung, Zwinger, Box) zu bekämpfen.
Eine Flohbehandlung würde also etwa wie folgt aussehen:
Behandlung der erwachsenen Flöhe auf dem Tier z.B durch Spot-on
Präparate (Halsbänder, Puder und Schampoos besitzen z.Z keine
ausreichende Wirksamkeit) . Es gibt Spot-on Präparate, die bis zu 12
Wochen lang eine gute Wirksamheit aufweisen. Einige dieser Präparate
besitzen ebenfalls eine Wirksamkeit gegen Zecken .
Verhinderung der Weiterentwicklung der Jugendstadien in der Umgebung des
Tieres. Dies kann durch Aussprühen oder Vernebeln von geeigneten
Wirkstoffen in der Wohnung versucht werden (VORSICHT : Auch Menschen
haben wochenlang Kontakt mit dem Medikament ). Eine gute, leider sehr
arbeitsintensive Möglichkeit ist das Einbürsten von Borsalzen in den
Teppichboden. Diese Stoffe sind quasi ungiftig, relativ preisgünstig und
wirken sehr lange (1Jahr !) rein physikalisch durch Austrocknen der Eier
und Larven. Eine bequemere aber relativ teure Alternative ist die
Behandlung der Tiere zusätzlich zum Adultizid mit Wirkstoffen, die
verhindern, daß die Eier der Flöhe, die sich auf dem behandelten Tiere
befanden, zum erwachsenen Floh heranreifen können
(Wachstumsregulatoren).
Flohallergie. Bei Tieren, die eine Flohallergie aufweisen, ist neben
einer konsequenten und langfristigen Eliminierung sämtlicher
Flohgenerationen evt. zusätzlich eine Behandlung mit antiallergischen
Präparaten notwendig.
Evtl. eine Bandwurmbehandlung durchführen.
Eine konsequente Flohbehandlung wird über mindestens 6 Monate
durchgeführt.
Alle diese Präparate zur Flohbekämpfung sind bei Ihrem Tierarzt
erhältlich. Das für Sie günstigste Regime zur Eliminierung von Flöhen
aus der Wohnung können Sie ebenfalls am besten zusammen mit einem
Tierarzt bestimmen.
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